Europaeisches Glaukom-Forum

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 Betreff des Beitrags: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 7. Aug 2008, 22:37 
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Liebe Besucher,

ich bin Glaukom- Patient und vor einigen Jahren wurde bei mir zusätzlich das sog. "Pex-Syndrom" diagnostiert. Wer hat eine ähnliche Diagnose und kann mir seine Erfahrungen mitteilen?

Originalzitat von Frau Prof. Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt / Uni-Erlangen:
"In der normalen Bevölkerung kommt das PEX-Syndrom wesentlich weniger häufig vor, etwa 10% in der älteren Bevölkerung ab 60 Jahren.
Systematische Untersuchungen von älteren Spenderaugen haben gezeigt, daß es sich nicht um einen normalen Altersprozess, sondern um einen pathologischen Prozess handelt, der auch in der Mehrheit der über 80- oder 90-jährigen Augen nicht zu finden ist."
Quellennachweis:http://www.onjoph.com/wwwboard/messages/27.html

Weitere Infos über Pseudoexfoliationsglaukom (PEX-Syndrom)
Unter einem Pseudoexfoliationsglaukom versteht man ein chronisches Glaukom, das bei einem Patienten mit Pseudoexfoliationssyndrom (PEX-Syndrom) auftritt [folium lat Blatt]. Der Begriff Pseudoexfoliation wurde eingeführt, weil das klinische Bild an das Abblättern der Linse (das wäre dann das echte Exfoliationssyndrom) erinnert. In Wirklichkeit aber hat PEX mit diesem echten Exfoliationssyndrom nichts zu tun.

Man muss zwischen dem Pseudoexfoliationssyndrom (PEX) und dem Glaukom bei PEX, auch Pseudoexfoliationsglaukom genannt, unterscheiden. Nicht alle Menschen mit einem PEX-Syndrom entwickeln im Laufe ihres Lebens ein Glaukom, aber PEX erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür. Ein POG, das auch ohne PEX aufgetreten wäre, kann sich beim zusätzlichen Vorhandensein von PEX deutlich verstärken, der Zeitpunkt des Druckanstieges kann auch vorverlegt werden.

Unter dem PEX-Syndrom versteht man die Ablagerung von abnormen Eiweissverbindungen in allen Anteilen des Auges, die von Kammerwasser umspült werden. Besonders gut sieht man PEX-Material auf der Linsenvorderfläche. Da die Iris durch die Pupillenbewegung einen Teil der Linse dauernd reinigt, entsteht ein typisches Muster mit Ablagerungen auf der Vorderfläche der Linse, einmal im Zentrum und einmal aussen in der Peripherie . PEX-Material lagert sich aber auch im Trabekelwerk ab . Dies führt zur Erhöhung des Abflusswiderstandes und schliesslich bei einem Teil der Patienten zum Glaukom. Das PEX-Syndrom nimmt mit dem Alter stark zu und ist häufiger als früher angenommen. PEX ist eine altersbezogene Erkrankung der Fibrillen, die auch in anderen Organen vorkommt und am Auge zu verschiedenen Symptomen führen kann. So ist bei diesen Patienten beispielsweise der Aufhängeapparat der Linse (die sog. Zonulafasern) brüchiger, was eine später vielleicht einmal nötige Kataraktoperation erschweren kann.

Durch das Reiben der Iris auf der etwas uneben gewordenen Linsenvorderfläche kommt es zu einem Pigmentverlust am hinteren Irisblatt. Es lässt sich ein Transilluminationsphänomen beobachten: Wenn Licht durch die Pupille in das Auge einstrahlt, kommt das vom Augenhintergrund reflektierte Licht normalerweise nur durch die Pupille, nicht aber durch die Iris zurück, denn die Iris wirkt ja als dichte Blende. An den Stellen aber, wo schon viel Irispigment verlorengegangen ist, fällt die Blendenwirkung weg und wir sehen diese Stellen rot aufleuchten [transilluminare lat durchleuchten].

Anmerkung: Das Licht, das vom Augenhintergrund zurückgeworfen wird, ist rot, da der Augenhintergrund stark durchblutet ist. Wir sprechen vom sog. Fundusrot. Das erklärt übrigens auch, warum die Pupille auf Fotos, die mit Blitzlicht gemacht wurden, manchmal rot erscheint. Die Pupille leuchtet nur in die Richtung rot auf, von der die Beleuchtung kommt. Deswegen können „rote Augen“ auf Fotos vermieden werden, wenn man das Blitzlicht etwas seitlich von der Kamera hält. Den gewünschten Effekt erhält man auch, indem man vorblitzt und so die Pupille verengt.

Die Ursache des PEX-Syndroms ist noch nicht bekannt. Es tritt in verschiedenen geographischen Regionen unterschiedlich häufig auf. Besonders verbreitet ist es in Skandinavien. Frauen sind etwas öfter betroffen als Männer.

Wie erwähnt, haben Patienten mit PEX-Syndrom eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Druckanstieg. Das „PEX-Glaukom“ unterscheidet sich nicht grundsätzlich vom POG. Es gibt aber einige Charakteristika, die man sich merken muss:

Der Augendruck steigt meist innerhalb kürzerer Zeit an und schwankt gelegentlich massiv. Starke Druckschwankungen sind, wie wir ja bereits erwähnt haben, für die Papille noch schädlicher als eine stabile, dauerhafte Druckerhöhung. Möglicherweise wird das Risiko für einen Glaukomschaden durch PEX-bedingte Veränderungen der Blutgefässe noch verstärkt. Patienten mit PEX-Glaukom müssen besonders intensiv behandelt werden, häufig ist eine Operation unumgänglich.
Quelle: http://www.glaukom-forum.net/wbb2/thread.php?postid=5354

Hier ein weiterer Link zum PEX-Syndrom: http://www.glaucomaworld.net/tedesco/014/t014a02t.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 22. Mär 2009, 19:01 
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Lieber Willy
Ich bin 68 Jahre alt. Im Sommer 2008 war mir aufgefallen, dass mit meinem rechten Auge etwas nicht stimmt. Ich konnte damit nur noch relativ verschwommen sehen, besonders wenn ich es mit dem linken Auge verglich. Von hellem Licht fühlte ich mich stark geblendet, ausschließlich auf dem rechten Auge. Im September stellte mein Augenarzt auf dem rechten Auge einen erhöhten Innendruck (27) fest. Ich bekam Betamann-Tropfen zur Senkung des Drucks verschrieben. Eine Gesichtsfeldmessung ergab rechts schon leichte Einschränkungen. Weiterhin wurde eine HRT-Messung (Vermessung des Sehnervs) durchgeführt, die für das rechte Auge ein Randsaumvolumen von 0,15 mm³ ergab, was eine Verminderung des Normalvolumens um mindestens die Hälfte bedeutet. Beim zweiten oder dritten Termin stellte der Augenarzt die Diagnose Pseudoexfoliationsglaukom. Damit verbunden auch Eiweißablagerungen auf der Linse, die für getrübtes Sehen verantwortlich sind. Die Augentropfen bewirkten für einige Monate ein Senkung des Innendrucks unter 20. Dann aber stiegen die Druckwerte wieder an bis auf 26. Jetzt bekam ich Trusopt verschrieben. Beim Kontrolltermin nach 2 Wochen lag der Innendruck dann bei 22, weitere 4 Wochen später aber wieder bei 26. Jetzt soll ich versuchsweise wieder Betamann benutzen, weil es in der ersten Zeit gut gewirkt hatte. Nächster Kontrolltermin ist in 2 Wochen.
Mit meinem linken Auge ist nach wie vor alles o.k. .
Zu den geschilderten Beschwerden gibt es eine Vorgeschichte:
In meinem rechten Auge habe ich schon seit längerem, etwa seit 12 bis 15 Jahren fast ständig ein gewisses Fremdkörpergefühl an einer bestimmten Stelle rechts oben. Ich habe dieses Symptom schon mehreren Augenärzten vorgestellt. Man konnte jedoch nichts entdecken. Das Fremdkörpergefühl ist nicht immer gleich, morgens merke ich es manchmal erst nicht und es tritt dann im Laufe des Vormittags wieder auf. Es gibt auch Zeiten, in denen ich tagelang fast nichts merke. Zu anderen Zeiten ist das Gefühl sehr stark. Auffällig ist, dass das Zusammenziehen der Pupille, wenn ich plötzlich in helles Licht schaue, im rechten Auge immer mit einem Schmerz verbunden ist. Links aber nicht.
Der AA konnte mit dieser Symptomatik nichts anfangen. Vor einigen Jahren hieß es dazu, dieses Symptom sei in der Literatur nicht beschrieben.
Meine Frage nun: Kennt jemand das gleiche oder ein ähnliches Symptom? Gibt es Erfahrungen, ob dieses Symptom irgendwie mit dem Glaukom zusammenhängt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 22. Mär 2009, 21:18 
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Hallo Rolf,

der Augeninnendruck am rechten Auge ist natürlich mit 26 mmHg auf Dauer zu hoch. Wenn ein Medikament zur Drucksenkung nicht ausreicht, verordnen Augenärzte oft auch zwei oder drei Präparate gleichzeitig. Ich habe zum Beispiel lange Zeit drei verschiedene Augentropfen nehmen müssen.

Frage doch deinen Augenarzt, ob es sinnvoll ist Betaman und Trusopt gleichzeitig zu tropfen? Beide Medikamente gibt es auch unkonserviert in Einzeldosisbehältnis (EDO).

Die Frage nach deinen langjährigen Beschwerden mit dem Fremdkörpergefühl im rechten Auge kann ich dir leider nicht eindeutig beantworten. Es muss aber Ursachen dafür geben. Komisch ist in jedem Fall, dass deine Beschwerden zu unterschiedlichen Zeiten auftreten. Hast du schon einmal gegen diese Beschwerden Medikamente erhalten?
Hierzu auch ein Link zum Thema "Trockenes Auge": hier drücken !
Ich würde nicht locker lassen und eine Zweitmeinung bei einem anderen Augenarzt einholen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 23. Mär 2009, 17:56 
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Hallo Willy,
danke für deinen letzten Beitrag. Habe mir den Link über Trockene Augen angesehen. Einiges passt schon, aber nicht alles. Vor mehr als 10 Jahren hat schon einmal ein AA bei mir Trockenes Auge diagnostiziert und mir Tropfen (künstliche Tränen) verschrieben. Hat aber nichts gebracht.
Ich vermute, dass das Fremdkörpergefühl und auch der Schmerz beim Zusammenziehen der Pupille ursächlich für mein Glaukom sind, da alle Symptome nur im dem rechten Auge auftreten. Muss dazu wahrscheinlich noch einen weiteren AA oder einen Spezialisten in einer Augenklinik befragen. Leider wohnen wir hier auf dem Lande, da sind die Spezialisten nicht so reich gesät.
Gruß Rolf


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 Betreff des Beitrags: Re: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 27. Apr 2009, 15:02 
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Registriert: 27. Apr 2009, 11:13
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Hallo Willy
Du hast gefragt er noch ein Pex-Syndrom hat.
Ich habe eines. Ich weiss es seit Dezember 08. Bei einem Augenarztkontrollbesuch, habe extra mal den AA gewechselt,
hat mir mein neuer AA gesagt mein Druck sei 48, Sehnerv geschädigt ect ect.
Ich wurde dann in Augenklinik in St. Gallen überwiesen, dort wurde noch genauer gecheckt und Travatan verschrieben.
Nach mehreren Kontrollen hat sich der Druck dann auf 19 reduziert, was ja gut ist.
Ich wollte nun doch wissen wie es um meine restliche Gesundheit steht. Machte eine Kontrolle beim Hausarzt.
Er hat eine leichte Diabetes entdeckt. Als ich ihm vom Pex erzählte, das er nicht kannte, hat er in Büchern nachgeschaut, und mich noch zu einem Herzspezialisten geschickt. Dort wurde ein EKG gemacht und die Aorta mit Ultraschall
angeschaut. Aber alles ok, bin schon erleichtert. Weil Herz hätte ich nur eines, aber Augen immerhin 2, wobei mein 2. das nicht vom Glaukom betroffen ist, halt stark kurzsichtig ist.
Ich habe gemerkt, das auch viele Aerzte und Apotheker, selbst AA nicht so genau über das Pex bescheid wissen.
Auch habe ich noch keinen anderen getroffen der ein Pex-Syndrom hat.
Ist dein Glaukom stabil? Bist du auch kurzsichtig?

markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Glaukom mit PEX-Syndrom
Neuer BeitragVerfasst: 27. Apr 2009, 19:45 
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pex hat geschrieben:
Hallo Willy
....Auch habe ich noch keinen anderen getroffen der ein Pex-Syndrom hat.
Ist dein Glaukom stabil? Bist du auch kurzsichtig?
markus


Hallo Markus,

herzlich willkommen in unserem Forum. Es freut mich einen "Mitkämpfer" gegen das Pex-Syndrom gefunden zu haben. Ja, ich bin auch kurzsichtig und habe auf beiden Augen zusätzlich den Grauen Star (Katarakt). Über einen Zeitraum von 5 Jahren konnte ich mit Augentropfen meine Glaukomerkrankung ziemlich stabil halten. Vor 2 Jahre habe ich eine Kunstlinse am linken Auge (Katarakt) erhalten und vor über einem Jahr ist dann eine Glaukom-OP (Trabekulektomie) an diesem Auge notwendig geworden. Der Augeninnendruck ist jetzt o.k. und ich muss das linke Auge nicht mehr tropfen. Das Gesichtsfeld hat sich aber in den letzten Jahren schon verschlechtert. Am rechten (besseren) Auge muss ich derzeit nur Trusopt-S (konservierungsmittelfrei) tropfen. Der Augeninnendruck auf beiden Augen liegt stabil zwischen 14 und 17 mmHg.

Wie alle Medikamente hat auch Travatan Nebenwirkungen (Iris-Pigmentierung, Wimpernwachstum usw.) und enthält auch Konservierungsmittel. Ich würde dir anraten (in Absprache mit deinem Augenarzt) langfristig auf ein konservierungsmittelfreies Medikament umzusteigen. Wertvolle Hinweise hierzu gibt es in unserem Europaeischen Augentropfen-Form.

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