LÜBECK (eb). Bei Holzbläsern steigt der Augeninnendruck während des Musizierens an. Professionelle Blasmusiker sollten deshalb ophthalmologisch beobachtet werden, um der Entstehung eines Glaukoms vorzubeugen. Zu dieser Empfehlung kommt ein Bachelorabsolvent des Studiengangs Augenoptik/ Optometrie von der Fachhochschule Lübeck.
Für seine Arbeit "Dynamik des Augeninnendruckes und Blutdruckes während des Spielens von Holzblasinstrumenten" hat Gunnar Schmidtmann 15 Blasmusiker der Musikhochschule Lübeck untersucht. Er beobachtete dabei, wie sich der intraokulare Druck und der Blutdruck während des Spiels entwickelten.
Schmidtmann sah einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Pressen der Atmung, dem Blutdruck und dem Augeninnendruck. Demnach kommt es beim Spielen von Blasinstrumenten zu einem Druckanstieg im Thorax, was wiederum zu einer Stauung des Blutes in den ableitenden Blutgefäßen des Auges führt. Der Abfluss des Kammerwassers wird behindert und der Augeninnendruck steigt an.
Die Veränderung des Augeninnendrucks war dabei von Instrument zu Instrument verschieden: Bei Oboisten stieg der Druck deutlich stärker an als bei Klarinettisten. Außerdem hatte die gespielte Tonhöhe einen Einfluss auf das Ausmaß des Druckanstiegs.
Quelle:
aerztezeitung.de